Nach einer Zahnentfernung

Eine Zahnentfernung, egal ob einfache Zahnextraktion oder operative Weisheitszahnentfernung, ist ein chirurgischer Eingriff. Dabei entsteht eine Zahnfleisch- und Knochenwunde, die meist schnell und ohne Komplikationen heilt. Dennoch kann man nicht mit Sicherheit ausschließen, dass es hin und wieder zu Beschwerden kommt. In den meisten Fällen ist am Tag nach dem Eingriff auch eine Nachbehandlung erforderlich.

Wir haben hier für Sie einige Tipps zusammengestellt, durch deren Beachtung Sie Beschwerden vermeiden können.

1. Fahren Sie kein Kraftfahrzeug!

In den ersten Stunden nach der Zahnentfernung ist die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt. Benutzen Sie daher öffentliche Verkehrsmittel oder lassen Sie sich in der Praxis abholen.

2. Spülen Sie den Mund nicht aus!

Das Blut in der Wunde gerinnt zu einem Blutpfropf. Dieser ist sehr wichtig. Er verschließt die Wunde und hat praktisch die gleiche Funktion wie der Schorf auf einer Hautwunde. Spülen Sie nicht, damit der Wundschorf nicht weggespült wird. Wird das Blut vor der Gerinnung durch Spülen entfernt, liegt der Knochen blank und die Wundheilung wird erschwert.

Das gilt auf jeden Fall für den Tag der Zahnentfernung. Danach können die Zähne wieder geputzt werden. Der Wundbereich sollte jedoch noch nicht mit der Zahnbürste in Berührung kommen. Er darf ab dem 2. Tag nach der Zahnentfernung mit lauwarmem Wasser gespült werden – am besten nach den Mahlzeiten.

3. Nicht berühren!

Berühren Sie die Wunde nicht mit den Fingern, und spielen Sie auch nicht mit der Zunge daran herum. Saugen an der Wunde ist ganz schlecht, denn dadurch kann der für die Wundheilung wichtige Blutpfropf verloren gehen.

Wenn Sie einen Tupfer zum Aufbeißen erhalten, so beißen Sie mit leichtem Druck so lange darauf, wie es Ihnen der Arzt empfohlen hat;

Schwere körperliche Arbeit oder Sport sollten Sie vermeiden, denn dies kann zu Nachblutungen führen.

5. Keine Wärme!

Übermäßige Wärme (z. B. durch ein Sonnenbad, die Trockenhaube beim Frisör oder auch warme Umschläge) steigert die Durchblutung und kann so in den ersten 48 Stunden eine Schwellung und eine Nachblutung fördern.

6. Vorsicht beim Essen!

Essen Sie erst wieder, wenn die Betäubung im Mund abgeklungen ist. Dann können Sie normale Kost zu sich nehmen – sollten aber die Wunde beim Kauen schonen.

7. Kieferklemme

Nach der Entfernung unterer Weisheitszähne kann es zu Kiefergelenkschmerzen oder einer Kieferklemme kommen. In diesem Fall üben Sie vorsichtig den Mund wiederholt bis zur Schmerzgrenze zu öffnen, um die Bewegungsfähigkeit Ihrer Kiefergelenke wiederherzustellen.

8. Kein Alkohol, Kaffee, Tee, Nikotin!

Selbst wenn es schwerfällt: 24 Stunden lang nach der Zahnentfernung sollten Sie unbedingt auf diese Genüsse verzichten ... eine gute Gelegenheit, sich das Rauchen abzugewöhnen.

8. Schmerzen

nach einer Zahnentfernung sind kein Grund zur Beunruhigung – schließlich handelt es sich um eine mehr oder weniger tiefe Knochenwunde. In der Regel können Sie mit einer Schmerztablette gelindert oder auch beseitigt werden. Schmerzen, die erst zwei oder drei Tage nach der Zahnentfernung auftreten, deuten allerdings auf eine Komplikation hin. Suchen Sie dann sofort den Zahnarzt auf.

10. Blutungen

kommen nach einer Zahnentfernung in geringem Umfang immer wieder vor und sind in der Regel ungefährlich. Bei anhaltenden Blutungen sollten Sie Folgendes tun:

  • Spucken Sie das Blut einfach aus ... nicht spülen.
  • Beißen Sie für 30 Minuten auf ein zusammengefaltetes Leinentaschentuch oder eine Kompresse aus der Hausapotheke. Wiederholen Sie dies falls nötig. Wenn das nicht hilft, beißen Sie auf einen Teebeutel (Schwarztee); der enthält blutstillende Substanzen. Das schmeckt zwar miserabel, bringt aber die Blutung meist zum Stehen.
  • Kopf hoch lagern, nicht flach liegen.
  • Hört die Blutung trotz Beachtung dieser Regeln nicht auf, dann suchen Sie unverzüglich die Praxis oder den diensthabenden Notzahnarzt auf.

11. Schwellungen

sind nach einer schwierigen Zahnextraktion oder auch nach operativen Eingriffen nichts Ungewöhnliches. Es kann auch vorkommen, dass der Mund vorübergehend nicht mehr ganz aufgeht oder dass Schluckbeschwerden auftreten.

Diese Erscheinungen können im Allgemeinen verringert werden, wenn man gleich nach dem Eingriff kalte Umschläge macht oder die Wange über der Wunde mit einem Eisbeutel kühlt. Wärme sollten Sie auf jeden Fall vermeiden.

12. Erhöhte Temperatur

ist ein Zeichen für eine Wundinfektion. Suchen Sie spätestens, wenn die Temperatur über 38,5 °C steigt, die Praxis oder den diensthabenden Notzahnarzt auf.

13. Und im Notfall

erreichen Sie uns unter der Rufnummer: 06421 - 14737

Außerhalb unserer Sprechzeiten erfahren Sie, welcher Zahnarzt in Marburg oder Umgebung Notdienst hat, unter der Rufnummer: 0180-5607011

aktualisiert vor 325 Tagen, am 30.10.2016 - 12:31.