Zahnlexikon - O

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Oberflächenanästhesie = Betäubung der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches durch Auftragen oder Aufsprühen eines Anästhetikums (Betäubungsmittel). Früher wurde die Oberflächenanästhesie oft vor der eigentlichen Betäubung gemacht, um den Einstichschmerz bei der Injektion zu verhindern. Dies ist bei einer guten Injektionstechnik jedoch nicht nötig.

Ödem = Ansammlung von Flüssigkeit im Raum außerhalb der Körperzellen. Ein Ödem kann z.B. durch Infektionen, Entzündungen und allergischen Reaktionen entstehen, wenn Wasser aus den Gefäßen austritt und sich im Gewebe ansammelt.

okklusal / occlusal = Bezeichnung für die Kauflächen (Okklusionsflächen) der Zähne.

Oralchirurgie / Zahnärztliche Chirurgie = Bezeichnung für die chirurgischen Eingriffe in der Mundhöhle, die die Zähne, den Knochen und die Weichgewebe betreffen.
Dazu gehören u.a.:

  • chirurgische Versorgung entzündlicher und/oder schmerzhafter Prozesse (Abszesse etc.)
  • Zahnextraktionen
  • chirurgische Entfernung verlagerter Zähnen
  • Wurzelspitzenresektion (WSR)
  • Implantate ggf. mit Sinuslift und anderen präimplantologischen Eingriffen
  • chirurgische Parodontosebehandlung
  • Mukogingivalchirurgie
  • präprothetische Chirurgie - Vestibulumplastik

Die chirurgischen Eingriffe im Mundraum führen Zahnärzte oder im Fach zahnärztliche Chirurgie weitergebildete Zahnärzte (sog. Oralchirurgen) durch.

Oralmedizin / Oralheilkunde = Inoffizielle Erweiterung des Begriffes Zahnmedizin / Zahnheilkunde. die Oralmedizin ist in den deutschsprachigen Ländern weder ein anerkanntes Spezialgebiet noch eine eigenständige Fachdisziplin. Dennoch ist dieser Begriff besser geeignet die Vielfalt der diagnostischen und therapeutischen Verfahren einer modernen Zahnarztpraxis zu beschreiben. Der fortschrittliche Zahnarzt beschränkt sein Fachwissen und seine Tätigkeit schon lange nicht mehr nur auf die Zähne und deren Erhaltung, sondern auf die gesamte Mundhöhle und die mit ihr im Zusammenhang stehenden benachbarten anatomischen Strukturen. Zum Leistungsumfang einer modernen Praxis gehören unter anderem:

  • Operative Entfernung verlagerter Zähne
  • Wurzelspitzenresektionen
  • Chirurgische Maßnahmen zur Zahnerhaltung
  • Parodontalchirurgie
  • Behandlung akuter Entzündungsprozesse (z.B. Abszesseröffnungen)
  • Kieferorthopädische Chirurgie (z.B. Zahnfreilegungen, Anschlingungen)
  • Implantate
  • Operative Eingriffe zur Optimierung des Knochenangebots vor und im Zusammenhang mit Implantationen
  • Kieferhöhlenoperationen, Sinuslift Operationen
  • Lippen- und Zungenbändchenplastik
  • Zahntraumabehandlungen
  • Freie Schleimhaut- / Bindegewebstransplantate
  • Biopsien
  • Exzisionen
  • Diagnostik und Behandlung von Mundschleimhauterkrankungen
  • Behandlung von Risikopatienten
  • Laserchirurgie
  • Diagnostik und Therapie von Kiefergelenkserkrankungen
  • Excision benigner Turmoren

Bei Weitem nicht alle Praxen bieten dieses umfangreiche Leistungsangebot, aber für die, die es tun, ist der Begriff Oralmedizin oder Oralheilkunde sicherlich passender als der alte Begriff Zahnmedizin / Zahnheilkunde.

Osteopathie = wörtlich aus dem Griechischen übersetzt Knochenleiden oder Knochenerkrankung. Der Begriff wird jedoch fälschlicherweise nicht für Erkrankungen des Knochens verwendet, sondern für ein "alternatives" Behandlungsverfahren, bei dem der Behandler, der Osteopath, sowohl die Diagnostik als auch die Therapie angeblich allein mit seinen Händen durchführen kann. Wer über Griechischkenntnisse verfügt, könnte, analog zur Bedeutung des Wortes "Psychopath", die des Wortes "Osteopath" herleiten, und würde sich damit sicher den Unwillen derer zuziehen, die sich als Osteopathen bezeichnen. Schon die völlig unpassende Verwendung des Begriffes in diesem Zusammenhang weist auf das wissenschaftsferne und fragwürdige theoretische Gerüst dieser "Lehre" hin.

Die osteopathisch tätigen "Heiler" definieren die Osteopathie so:

Osteopathie ist Helfen ohne Medikamente und Instrumente. Durch den Einsatz der Hände und Augen werden im Körper Strömungen, Bewegungen und Spannungen ertastet, welche zur Erstellung der osteopathischen Diagnose dient. Die Osteopathie löst Blockaden in allen Systemen des Körpers und mobilisiert die Selbstheilungskräfte.

Die Osteopathie-Bewegung stammt aus den USA und basiert auf medizinisch naiven Ideen von STILL und SUTHERLAND aus dem 19. Jahrhundert. Sie nahm im 20. Jahrhundert teilweise sektenähnlichen Charakter an (mit Verschwörungstheorien, "Eliten"-Bildung, etc.). In den USA sind heute 50.000 bis 100.000 "Osteopathen" tätig. In Deutschland stieg die Zahl der "Osteopathen" in den letzten Jahren sehr stark an, ebenso stieg auch die Zahl osteopathischer Publikationen, die jedoch nicht den Standards entsprechen - schon gar nicht denen der Wissenschaft. Keiner der von der Osteopathie propagierten Diagnostik- und Therapieansätze deckt sich mit den allgemein anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

siehe auch:
Quacksalberei | Scharlatanerie |

Osteotomie = operative Bearbeitung oder Entfernung von Knochengewebe, beispielsweise um im Knochen liegende Zähne oder Zahnreste, wie z.B. Wurzeln, zu entfernen. Bei der Extraktion von Weisheitszähnen wird oft eine Osteotomie durchgeführt, da sie oftmals teilweise oder komplett im Knochen verlagert sind.

siehe auch:
Weisheitszähne |

aktualisiert vor 198 Tagen, am 03.01.2017 - 11:11.