Zahnlexikon - G

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Galvanokrone = Keramisch verblendete Metallkrone, bei der das Metallgerüst in einem galvanischen Verfahren aus reinem 999er Feingold hergestellt wird. Diese Schicht ist sehr dünn und ermöglicht so eine dickere und ästhetisch vorteilhafte Keramikschicht.

Gebührenordnung für Zahnärzte = GOZ, sie regelt die Vergütung der zahnärztlichen Leistungen für Privatpatienten. Seit ihrem Inkrafttreten im Jahr 1988 ist die GOZ sowohl von der Leistungsbeschreibung, als auch der Gebührenhöhe her unverändert und damit hoffnungslos veraltet. Insofern spiegelt die GOZ heute weder den aktuellen Stand der Zahnmedizin wieder, noch ist sie finanziell angemessen. Damit dürften zahnmedizinische Privatleistungen zu den seltenen Dingen gehören, die heute noch zu den Preisen von 1988 zu haben sind.

Guided Tissue Regeneration GTR = gesteuerte Geweberegeneration, ein in der Parodontalchirurgie angewendetes Verfahren, durch Parodontalerkrankungen zerstörtes Parodontalgewebe (Zahnhaltegewebe) wiederherzustellen bzw. die Wiederherstellung zu fördern. Ähnlich wie bei der GBR wird auch hier der Ort, an dem die Gewebeneubildung stattfinden soll, in diesem Fall die freiliegenden Wurzeloberflächen und die Knochentaschen, nach gründlicher Reinigung und Curettage, mit einer Membran als Barriere gegen das unerwünschte Einwachsen von Gewebe aus der Umgebung geschützt. Unterlässt man diesen Schutz, wird der Defekt mit Bindegewebe- und Schleimhautzellen aufgefüllt, da diese schneller wachsen als das erwünschte Parodontalgewebe. Dieses "minderwertige" Gewebe ist jedoch nicht geeignet, die Funktion des Zahnhaltegewebes zu übernehmen.

Guided Bone Regeneration GBR = gesteuerte Knochenregeneration, eine Methode zur Unterstützung des Knochenwachstums nach einem zahnärztlichen / oralchirurgischem Eingriff, in dessen Verlauf entweder Knochensubstanz entfernt werden musste oder bei dem ein z.B. entzündlich bedingter Hohlraum (Zyste) ausgeräumt wurde. Dabei wird der der Defekt mit synthetischem Knochenersatzmaterial oder mit Knochen, der dem Patienten zuvor an anderer Stelle entnommen wurde, aufgefüllt und mit einer Membran gegen das Einwachsen von unerwünschtem Gewebe aus der Umgebung der Wunde abgeschirmt. Die Methode findet auch Verwendung, wenn das Knochenangebot für eine Implantation nicht ausreichend ist oder bei einer Sinuslift Operation. Die Membranen müssen entweder später wieder entfernt werden, oder werden nach einiger Zeit resorbiert (lösen sich auf).

Gingiva = Zahnfleisch, der Streifen der Mundschleimhaut der in einer Breite zwischen ca. 5-10 mm direkt am Zahnhals anliegt und diesen umgibt. Sie ist der obere Rand des Parodontiums, ist mit der Wurzeloberfläche verbunden und bildet mit dieser zusammen im gesunden Zustand eine effiziente Barriere gegen das Eindringen von Bakterien (dentogingivaler Verschluss).

Die Gingiva lässt sich in drei Zonen einteilen:

  • die freie marginale Gingiva, die direkt an den Zähnen wie eine Girlande anliegt, (1-2mm) breit ist und im Bereich der linea girlandiformis in die gingiva propria (attached gingiva) übergeht.
  • den in die Mundschleimhaut übergehenden, am Knochen befestigten bzw. unbeweglichen Teil (gingiva propria), der die Zugspannungen von Lippen, Wangen und mimischer Muskulatur aufnimmt und von der marginalen Gingiva fernhält. Wenn dieser Streifen zu schmal oder nicht vorhanden ist, weicht die marginale Gingiva zurück, so dass Zahnhälse oder Implantatoberflächen freigelegt werden. Dieses Problem kann durch eine Vestibulumplastik gelöst werden.
  • die interdentale Gingiva, welche die Interdentalpapillen bildet und die Hohlräume zwischen den Zähnen im jugendlichen und gesunden Zustand vollständig ausfüllt.

Gingivektomie = chirurgische Entfernung von Zahnfleischtaschen oder Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasie). Durch die Entfernung oder Reduzierung von Zahnfleischtaschen wird die Effizienz der Mundhygiene erhöht, und so ein Abheilen der Gingivitis oder Parodontitis unterstützt.

Gingivitis = Entzündung des Zahnfleisches (Gingiva).
Ursache: Bakterien, die auf Grund mangelhafter Mundhygiene die Zahnoberfläche im Bereich des Zahnfleischsaumes besiedeln.
Symptome: Rötung und Schwellung des Zahnfleisches sowie Zahnfleischbluten bei leichter Berührung.
Therapie: Zahnreinigung und Verbesserung der Mundhygiene.

siehe auch:
Gingiva-Zahnfleisch |

Gnathologie = Lehre vom Zusammenwirken der am Kauvorgang beteiligten anatomischen Strukturen - Zähne, Zahnhalteapparat (Parodontium), Kaumuskulatur, Kiefergelenke. Die Gnathologie umfasst neben der Funktionsanalyse und der Funktionsdiagnostik auch die Therapie der Kiefergelenkserkrankungen, sowie krankhafter Veränderungen der Kaumuskulatur und der Schädigungen der Parodontien durch Fehlfunktionen. Im Rahnen der gnathologischen Prophylaxe kann der Zahnarzt Störungen im Zusammenspiel der Kauflächen sowohl im natürlichen Gebiss als auch bei Zahnersatz vermeiden oder beseitigen. Nach gnathologischen Kriterien gefertigter Zahnersatz erfordert in der Regel keine oder nur ganz geringe Anpassungsarbeiten.

Guttapercha = Kautschukähnliche, bei Raumtemperatur zähe, geringfügig plastische Masse, die aus der Milch des Guttaperchabaumes (Malaysia) gewonnen wird. Guttapercha ist thermoplastisch, kann durch Erwärmen weichgemacht und verarbeitet werden und wird Nach dem Abkühlen wieder fest, verliert aber nicht eine gewisse Elastizität und Plastizität. Guttapercha wird, wenn sie mit Chloroform vermischt wird, zu einer pastösen Massen, die leicht an schwer zugängliche Stellen gebracht werden kann. Nach dem Verdunsten des Chloroforms härtet sie wieder aus. Guttapercha ist im Röntgenbild gut sichtbar (röntgenpositiv). Diese Eigenschaften machen Guttapercha zu einem hervorragenden Wurzelfüllungsmaterial für die Endodontie. Außerdem verwenden Zahnärzte Guttapercha als Röntgenkontrastmittel z.B. bei der radiologischen Darstellung von Fistelgängen.

siehe auch:
Endodontie | Kontrastmittel |

aktualisiert vor 236 Tagen, am 30.10.2016 - 12:31.