Teilprothese - Geschiebe

Die bessere Lösung

Kosmetisch und funktionell wesentlich besser als die Modellgussprothese ist kombinierter Zahnersatz mit Geschiebetechnik.
Wikipedia
Der Begriff "kombinierter Zahnersatz" weist darauf hin, dass es sich hier um eine Kombination bestehend aus einem herausnehmbaren Teil und festsitzenden Elementen handelt. Die festsitzenden Elemente sind Kronen oder Brücken, die entweder auf natürlichen Zähnen oder Implantaten befestigt sind, während der herausnehmbare Teil im wesentlichen eine Modellgussprothese ist, die aber nicht über Klammern sondern mit präzisen feinmechanischen Halteelementen, so genannten Geschieben, mit den festsitzenden Teilen verbunden wird.

Drucklose Verbindungen

Ein entscheidender Vorteil der Geschiebetechnik gegenüber Klammern liegt in der vollkommen drucklosen Verbindung von Krone und herausnehmbaren Teil. Klammern "schnappen" beim Einsetzen des Zahnersatzes über die dickste Stelle eines Zahnes, den so genannten Äquator in ihre Endlage und setzen der Abnahme einen gewissen Widerstand entgegen. Doch die federnde Klammer kann auch in Ruhelage Druck auf den Zahn ausüben, und dieser Dauerdruck ist meistens schädlich.

Geschiebe dagegen üben nur beim Einsetzen, beim Kauen und beim Herausnehmen Druck aus und sind somit wesentlich schonender für den Zahn und seine Verbindung mit dem Kieferknochen. Verbindet man dann auch noch einige Kronen durch "Verblockung" zu einer festen Einheit, werden die Kräfte auf mehrere Zähne verteilt und so das Restgebiss sehr gut gegen Überlastung geschützt. Beim Geschiebe wird der Halt nicht durch Federkraft sondern praktisch kraftfrei durch Haftreibung erzeugt. Eine gut gefertigte Geschiebearbeit erzeugt beim Patienten keinerlei Spannungsgefühl.

Geschiebe gibt es als individuell vom Zahntechniker gefräste Teile und als konfektionierte Fertigteile die in Kronen und Zahnersatz eingearbeitet werden können. Bei beiden Varianten ist es möglich, eine im Lauf der Zeit nachlassende Haltefähigkeit durch den Austausch von Friktionsteilen wiederherzustellen. Bei Modellgussklammern geht das nur durch Verbiegen, und das kann man nicht oft tun, weil das Material spröde ist und leicht bricht.

Der ästhetische Vorteil

Geschiebe, die in Metallkeramikkronen eingebaut werden, sind so konstruiert, dass bei eingesetztem Zahnersatz das Verbindungselement nicht oder nur kaum sichtbar ist. Ganz vermeiden können wir die Sichtbarkeit nicht immer, aber im schlimmsten Fall fällt ein Geschiebe nicht mehr auf als ein sehr kleines Metallinlay.

Gibt´s auch Nachteile?

Ja ... die gibt es leider. Während früher die Geschiebe Teilprothetik von den gesetzlichen Krankenkassen in großem Umfang, manchmal sogar fast zu 100% getragen wurde, ist es damit seit dem 1.1.2004 vorbei. Seitdem gehört die Geschiebetechnik grundsätzlich nicht mehr zu den Kassenleistungen. Patienten, die diese prothetische Versorgung wünschen, müssen die Mehrkosten gegenüber der Modellgussprothese aus der eigenen Tasche bezahlen.

aktualisiert vor 231 Tagen, am 03.01.2017 - 11:11.